• 12 FEB 16
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    Aufrecht durchs Leben…oder was Isaac Newton damit zu tun hat

    Aufrecht durchs Leben…oder was Isaac Newton damit zu tun hat

    Haltung zu zeigen rentiert sich. Aus gesundheitlicher Sicht, aber auch aus ästhetischen Gründen.

    In meiner Praxis bin ich täglich mit haltungsbedingten Beschwerden konfrontiert. Dem Großteil meiner Patienten ist auch bewusst, dass ihre schlechte Haltung gesundheitliche Probleme mit sich bringt. Also, ab vor den Spiegel und Haltung korrigieren. Und da beginnt der Spaß…

    Sind endlich alle Körperteile da, wo sie hingehören ist die Überraschung groß. Was, so gehört das??? Das ist aber total anstrengend!!!

     

    Und da kommt Newton ins Spiel.

     

    Wir alle sind der Erdanziehung unterworfen: Auf der Erde bewirkt die Gravitation, dass alle Körper nach unten fallen, sofern sie nicht durch andere Kräfte daran gehindert werden.

    E voila! Einen Körper von sagen wir einem Meter siebzig und 70 Kilogramm gegen die Schwerkraft aufrecht zu halten ist mit einer gewissen Kraftanstrengung verbunden.

    Die meisten meiner Patienten, wie ein Großteil der Bevölkerung, stehen jedoch im amuskulären Stand. Das heißt statt die Muskeln zu verwenden, hängen sie in ihren Gelenken und der Wirbelsäule. Das ist sehr bequem, weil eben ohne Muskelaufwand. Aber auf Dauer sehr belastend und auch nicht gerade schön anzusehen:

     

    • Die Knie sind nach hinten durchgedrückt und machen optisch ein Säbelbein (sprich kurz und krumm).

    • Das Becken wird zum Ausgleich nach vorne geschoben, der untere Rücken hängt im Kreuz hohl.

    • Der Brustkorb sinkt schwer auf das Kreuz ab und drückt die Baucheingeweide unschön nach außen, während Herz und Lunge zusammen gequetscht werden.

    • Der Kopf wird in Geiermanier nach vorne geschoben, die Halswirbelsäule gnadenlos gestaucht.

     

    Anatomisch ist das alles möglich, als Dauerhaltung aber der Supergau!

    Bänder und Gelenke werden massiv einseitig belastet, die Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die Wirbelsäule, eine bewegungshungrige und drehfreudige Struktur, wird als passive Aufhängevorrichtung missbraucht und verliert alle Lebendigkeit.

     

    Wenn Ihnen jetzt beim Lesen schon alles weh tut sehr gut! Zeigen Sie Haltung! Richten Sie sich auf!

     

    Und so geht’s:

     

    • Beide Füße gleichmäßig belasten – zum Thema Füße kommt noch ein eigener Artikel!

    • Die Beine strecken aber nicht überstrecken.

    • Das Becken aufrichten, der untere Rücken bleibt lang.

    • Das Schambein leicht hochziehen, den Bauchnabel sanft nach innen ziehen (Sie sollen immer noch ungehindert atmen können!)

    • Das Brustbein anheben, die Schulterblätter nach hinten unten entspanne (nicht zusammenziehen!)

    • Den Kopf über dem Schultergürtel platzieren. Der Nacken ist lang, die Kehle entspannt, kein Doppelkinn.

     

    Sind alle Körperteile im Lot, sprich in die Tragelinie eingeordnet, ist der Körper optimal ausgerichtet. Die Belastung ist an den dafür vorgesehenen (und entsprechend ausgestatteten) Stellen. Die Organe können uneingeschränkt arbeiten.

     

    Haltemuskeln brauchen Training, um Leistung bringen zu können.

     

    Diese Haltungskorrektur beansprucht Muskeln, die bis dato eher auf der faulen Haut lagen. Natürlich ist das anfangs anstrengend, weil ungewohnt.

    Sie würden ja auch nicht ohne Training einfach einen Marathon laufen, oder? Eben. Ausdauertraining ist gefragt.

    Es rentiert sich. Und schöner aussehen tut’s auch!

     

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